Braunkohlenarchäologie

Mit diesem Begriff werden die archäologischen Untersuchungen vor Braunkohlentagebauen bezeichnet. Damit sind durch den Braunkohlenabbau bedingte Ausgrabungen gemeint. Der Begriff bildet sich in den 1970er Jahren heraus, auch wenn archäologische Untersuchungen im Niederlausitzer Revier bereits in den 1930er Jahren stattfanden.

 

Diese Forschungsansätze werden nach dem 2. Weltkrieg in den 1960er Jahren wieder aufgenommen. Damit können erstmals größere Siedlungseinheiten verschiedenster Zeitstellungen von der Bronzezeit bis zum Mittelalter untersucht werden. Da die riesigen Flächen und Aufgaben nicht allein vom damaligen Museum für Ur- und Frühgeschichte Potsdam (zuständig für die DDR-Bezirke Potsdam, Frankfurt/Oder und Cottbus) zu bewältigen waren, übernimmt die Akademie der Wissenschaften der DDR wesentliche Bereiche. Die slawischen Burgen und zugehörigen Siedlungen von Tornow, Vorberg und Presenchen sowie andere Fundplätze werden auf diese Weise ausgegraben.

 

Systematisch werden ab den 1980er Jahren die Fläche und die Sanierungsbereiche des Tagebaus Greifenhain mit jungsteinzeitlicher, vor allem bronze- und früheisenzeitlicher und germanischer Besiedlung erforscht. Nach 1989/90 stehen auf der Grundlage des Brandenburgischen Denkmalschutzgesetzes erstmals finanzielle Mittel und Technik seitens des Bergbauunternehmens zur Verfügung, welche z. B. auch Untersuchungen ganzer Ortslagen ermöglichen, welche den Tagebaubaggern weichen müssen. Ansatzweise ist das bei dem Dorf Wolkenberg, erstmals vollflächig mit dem Ort Kausche (beide Tagebau Welzow-Süd) möglich. Aus den Medien ein Begriff ist vielen noch das Dorf Horno, Tagebau Jänschwalde. Hier gelingt es vor der Überbaggerung geologisch-naturräumliche, volkskundlich-enthnografische, historische, namens- und sprachkundliche, botanische, pomologische („obstkundliche“) und denkmalpflegerische Forschungen mit der vollständigen archäologischen Ausgrabung des umgesiedelten Dorfes zu vereinen.

 

 



SONDERAUSSTELLUNG

 

25. Mai - 10. September

 

"neu ist nur das Wort - Globalisierungen bei Nutzpflanzen von der Vorgeschichte bis in die Neuzeit"

FÜHRUNGEN

 

Fr., 26. Mai

13 Uhr

Familienführung zum Thema Slawen

 

Di., 06. Juni

11 Uhr

Führung durch die Pflanzenwelt an der Slawenburg Raddusch

 

Mi., 07. Juni

13 Uhr

Familienführung zum Thema Steinzeit

ADRESSE

 

Slawenburg Raddusch

Zur Slawenburg 1

03226 Vetschau,

OT Raddusch

 

Tel 035433 55522

Fax 035433 55523

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