Ausgrabung

Die Niederlausitz wird seit Mitte des 19. Jahrhunderts vom industriellen Braunkohlenbergbau geprägt. Die seit Beginn des 20. Jahrhunderts aufgeschlossenen Tagebaue verändern bald eine Jahrtausende alte Kulturlandschaft unwiederbringlich. Während bereits zwischen 1931 und 1933 erstmals ein Bodendenkmal, das „Alte Schloß“ bei Senftenberg, vor dem Bagger archäologisch untersucht wird, finden großflächige Ausgrabungen seit den 1960er Jahren statt. Nachdem bereits fünf slawischen Wehranlagen (Tornow, Vorberg, Schönfeld, Presenchen, Groß Lübbenau) ausgegraben und überbaggert werden, beginnen 1984 die Untersuchungen an der Slawenburg Raddusch. 

 

Das damalige Zentralinstitut für Alte Geschichte und Archäologie der Akademie der Wissenschaften der DDR (ZIAGA) verantwortet die Ausgrabungen. Örtlicher Leiter ist von 1984 bis zum Ende 1990 Michael Ulrich. Drei Bereiche der slawischen Wehranlage werden intensiv untersucht - Aufbau und zeitliche Einordnung der Wallkonstruktion, die Bebauungsstruktur des Burghofes und die nördlich der Burg gelegene Vorburgsiedlung.

Die Radduscher Burg besitzt demnach drei Bauphasen, wobei die erste Phase das Vorbild für die heutige Idealrekonstruktion ist. Der Burghof wird komplett ausgegraben, vor allem die vier Brunnenstandorte finden besonderes Interesse. Die Gesamtbebauung im Burghof besteht sowohl aus Blockbauten als auch aus Pfostenbauten. Einige Gebäude besitzen Lehmkuppelöfen. Eine detaillierte Auswertung der Untersuchungsergebnisse steht noch aus.Die Untersuchung des Dorfes vor der Burg ist leider nicht von Erfolg gekrönt. Die Jahrhunderte lange Überackerung des Areals hat tief in den Untergrund eingegriffen. Siedlungsspuren wie Hausstandorte, Herdstellen usw. sind weitgehend zerstört und stehen für eine der Burg vergleichbare Rekonstruktion nicht zur Verfügung.

 

Die geborgenen Funde werden zu einem großen Teil heute in der Dauerausstellung „Archäologie in der Niederlausitz“ präsentiert. Ein außergewöhnliches Stück ist der „Götze von Raddusch“ - eine slawische Götterfigur, welche in der Mitte des 10. Jahrhunderts im Burgbrunnen verborgen wird und erst nach über 1000 Jahren wieder das Licht erblickt.

 



TERMINE

 

Mo, 27. März

11 Uhr

öffentliche Führung durch die Dauerausstellung

 

Mi, 05. April

13 Uhr

Familienführung zum Thema Steinzeit

 

Do, 06. April

13 Uhr

Familienführung zum Thema Bronzezeit 

 

Fr, 07. April

13 Uhr 

Familienführung zum Thema Slawen 

SONDERAUSSTELLUNG

 

08. Oktober - 23. April

Archäologische Landschaften - Veränderung und Nutzung von Landschaft im Spiegel der Archäologie

ADRESSE

 

Slawenburg Raddusch

Zur Slawenburg 1

03226 Vetschau,

OT Raddusch

 

Tel 035433 55522

Fax 035433 55523

www.slawenburg-raddusch.de

slawenburg-raddusch@spreewald.de